„Das KZ vor der Haustür“ Einblicke in den nationalsozialistischen Terror in Baden-Württemberg während des Zweiten Weltkriegs
In der Wanderausstellung „Das KZ vor der Haustür“ beleuchtet das Landesamt für Denkmalpflege die Spuren ehemaliger Konzentrationslager in der Region. Funde aus Außenlagern des KZ Natzweiler geben einen Einblick in die dunkle Geschichte und regen zur Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Erblast an.
Welche Spuren haben sich an den ehemaligen Standorten nationalsozialistischer Konzentrationslager in Baden-Württemberg erhalten und was können sie über die NS-Verbrechen aussagen? Wie ist mit der schwierigen Erblast angemessen umzugehen? Können die Zeugnisse eines verbrecherischen Kulturbruchs auch Kulturdenkmale sein? Mit diesen Fragen befasste sich das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart im Rahmen eines landesweiten Erfassungsprojekts. Über Ziele, Methoden und Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme informiert das LAD in der Wanderausstellung „Das KZ vor der Haustür“. Im Fokus des Erfassungsprojektes standen die ehemaligen Standorte von Außenlagern und Zwangsarbeitsstätten des KZ-Komplexes Natzweiler, darunter das KZ Außenlager Hailfingen/Tailfingen.
Ausstellungsdetails
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Zeitraum
19.04.2026 - 21.06.2026 -
Öffnungszeiten
Sonntags 26.04., 03.05., 10.05., 17.05., 07.06. und 14.06.2026 jeweils von 15-17 Uhr und nach gesonderter Vereinbarung. -
Eintritt
Eintritt frei -
Führungen
Auf Anfrage -
Barrierefreiheit
Nicht barrierefrei -
Hinweise
Die Ausstellung wird vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg gefördert.
Adresse
Dokumentationszentrum Tailfingen
Über diese Wechselausstellung
Hintergrundinformationen:
In der Spätphase des Zweiten Weltkriegs entstanden im Umfeld der großen nationalsozialistischen Konzentrationslager zahlreiche Außenlager. Ihre Insassen wurden zur Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion herangezogen. Auf dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg wurden ab Ende 1943 etwa 35 solcher Lager eingerichtet, die der Verwaltung des KZ Natzweiler-Struthof unterstanden. Weitere Lager wurden von Dachau aus verwaltet. Der NS-Terror wurde dadurch öffentlich sichtbar, das „KZ vor der Haustür“ zur geläufigen Erscheinung.
Der KZ-Komplex Natzweiler, auf dem der Fokus des LAD-Projektes lag, steht für ein deutsches Verbrechen von europäischer Reichweite. Mehr als 52.000 Personen aus über 30 europäischen Nationen wurden in die Natzweiler-Lager deportiert, schätzungsweise mehr als 20.000 Häftlinge kamen ums Leben. Im Jahr 2018 wurde dem ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof und seinen etwa 50 Außenlagern in Frankreich und Deutschland von der EU-Kommission das Europäische Kulturerbe-Siegel verliehen. Die Auszeichnung erinnert an den KZ-Terror des NS-Regimes als eklatanten Bruch zivilisatorischer Normen und kultureller Grundwerte, der als traumatisierende Kollektiverfahrung bis heute nachwirkt und zu einem Impulsgeber des Europäischen Einigungsprozesses geworden ist.